CD REVIEWS
1= Hörsturz
2= Grindig
3= Hörbar
4= Guat
5= Sauguat
6= Da Hammer
 
REVIEW-ARCHIVE >>> 01 || 02 ||
***6***

EXCITER
"Death Machine"
Massacre Records

"The Legend Is Back" .... Exciter mit Kenny "Metal Mouth" Winter und Gitarrist John Ricci hauen uns im ausgehenden
Jahr zwozehn eine Scheibe um die Ohren, die jedem Metaller schon beim Anhören aufzeigt, wo der bekannte Bartel den Most holt, bzw. wie man richtig geilen Old-School-Speed/Trash macht. Die "Death Machine" lädt unweigerlich zum moshen ein und bei "Slaughtered In Vain" geht mir fast einer ab. Irgendwie fühlt man sich in die Zeit vor Slayer und Metallica, Anfang der Achtziger zurückversetzt, was nicht zuletzt auch an dem hammergeilen Sound der Scheibe liegt. EXCITER waren schon vor den genannten Bands da und machten sich aber aufgrund häufiger Line-Up- und musikalischen Richtungswechseln das Leben selber schwer. Im Nachhinein ist´s einfach schade, dass eine Band, die so richtungsweisend für eine ganze Musikbewegung war so aus dem Fokus derselben verschwand. Mit "Death Machine" klappt´s vielleicht im 45. Anlauf. Ich find´s klasse. (JH)

***o.B.***
JEFF SCOTT SOTO
"Live At Firefest 2008"
Frontiers Records

Cooler Live-Mitschnitt vom Firefest 2008. Soto ist gut bei Stimme und überhaupt macht die ganze Scheibe einfach nur Spaß. Ich war anfangs etwas irritiert angesichts des 11-minütigen Funky-Medleys. Dem Publikum gefällts und handwerklich auch alles schön und gut nur bin ich der Meinung auf einer Hard-Rock hätte man sich´s sparen können. Ansonsten ein schönes Livedokument des Ex-Malmsteen-, Ex-Axel Rudi Pell, Ex-Journey und Ex-was weis ich noch alles-Sängers
***5***

EKTOMORF
"Redemption"
AFM Records

Surprise, surprise .... nach ihrem überaus erfolgreichen letzten Werk "What Doesn´t Kill Me..." schieben die Farkas-Brüder Mitte Dezember gleich nochmal ein Scheibchen hinterher. Die Hardcore-Thrasher machen auch auf "Redemption" keine Gefangenen. Zoltan Farkas singt/schreit so emotional, als müsste er sich von allem Frust über die Probleme seiner Roma-Zugehörigkeit befreien. Die schweren Riffs fräsen sich in´s Gehirn und befreien auch die Nebenhöhlen. Ich habe die Band vor kurzem live gesehen, wo sie etwas gezügelt wirkte, "Redemption" ist jedoch pure Power, ist emotional, fesselt und macht sich bestimmt ganz schick unterm Hardcore-Christbaum. (JH)

***5***

NELSON
"Before The Rain"
Frontiers Records

In der Presseinfos wird das als das inoffzielle Debutalbum der Nelson Brothers deklariert. Die Aufnahmen stammen samt und sonders aus dem Jahr 1989. Nach Ihrem offiziellen Debut "After The Rain" verzeichneten die Brüder doch einige Erfolge im AOR-Bereich. Wer auf gut gemachten Melodic-Rock steht, kann auch hier bedenkenlos zugreifen. Alles, was aus dem Nelson-Lager kommt, hebt sich immer eine Spur vom Großteil der übrigen Melodic-Rocker ab. Gutes Gespür für Melodien, die im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen nicht kitschig wirken. (JH)

   
***4***

VEGA
"Kiss Of Life"
Frontiers Records

Im ganzen Wust der kürzlich veröfftlichten Melodic-Rock-Scheiben gehört das Debut von VEGA mit den Ex-Mitgliedern von KICK zu den besseren. "Kiss Of Life" überzeugt mit eingängigen Songs die durchaus radiotauglich sind, aber in good old germany wahrscheinlich wieder kein Airplay finden werden, aus Mangel an größeren Stationen. Der ganz große Wurf wird VEGA mit "KOL" sicher nicht gelingen, da eben der Mainstream derart überbevölkert ist und der Scheibe die Hitsingle fehlt. Ich lass mich aber gerne eines besseren belehren. (JH)



***4***

THE POODLES
"No Quarter - Live"
Frontiers Records

Zum erstenmal hörte man von den Schweden im Jahr 2006, als sie mit dem song "Night Of Passion" am Eurovision Song Contest teilnahmen. Hier präsentieren The Poodles erstmals einen Querschnitt durch ihre Schaffensperiode live.

Fans von Hammerfall, Europe, Gotthard u.ä. können hier problemlos zugreifen. Mir persönlich fehlt etwas der Schmiss und ein bisschen mehr Aggressivität hätte dem ganzen auch nicht geschadet. So tönen die 14 Songs etwas uninspiriert aus den Boxen. Wie gesagt, gut, aber nicht bahnbrechend.

P.S.:Wer schwedisch spricht, der versteht auch das Gesabbel zwischen den Songs. (JH)



***6***

KENNY WAYNE SHEPHERD
"Live! In Chicago"
Roadrunner Records

Joe Bonamassa ist in aller Munde. Der Bluesrock erlebt, auch aufgrund der vielen jungen Nachwuchsblueser, seinen 342. Frühling. Aber einer, der schon Mitte der Neunziger mit seinem Hit "Blue On Black" auf sich aufmerksam machte ist Kenny Wayne Shepherd. Auf "LIC" versammelt er diverse Bluesgrössen um sich. Gemeinsam bringen die Herren das Publikum im legendären House Of Blues in Chicago total zum Ausflippen. Mit Recht !!! "Live! In Chicago" ist eines der besten Blues-Rock-Live-Alben, die ich bisher gehört habe. Kenny begeistert mit seinem Gitarrenspiel, wie einst der legendäre Stevie Ray Vaughan. Wer hier was zu kritisieren hat, hat meiner Meinung nach nicht alle Nadeln an der Tanne. Suuuper. (JH)

***5***

HELSTAR
"Glory Of Chaos"
AFM Records

Irgendwie haben HELSTAR versäumt sich an der Spitze der Trash-Szene mit ihren damaligen Mitbewerbern Metallica, Slayer, usw.... festzusetzen. Auch "Glory Of Chaos" klingt irgendwie so, als wüssten die Jungs nicht so richtig, wo sie jetzt denn ihr Ei hinlegen sollten. Das Ganze ist schon schön thrashig mit geilen Gitarren, aber irgendwie funzt mich die Scheibe nicht bis zum totalen Ausflippen an. Man wird den Eindruck nicht los, als wäre für die eine Hälfte der Band das schwarze Metallica-Album das Höchste der Dinge und für die andere "Hell Awaits". Wer sich jedoch mit einer gesunden Mischung aus Thrash und melodischen Passagen anfreunden kann, der darf aber bei "Glory Of Chaos" bedenkenlos zugreifen. (JH)

***5***

NELSON
"Lightning Strikes Twice"
Frontiers Records

Mit ihrem Debut 1991 sorgten die Nelson-Brothers gerade in Amiland für allerlei Furore. "Lightning Strikes Twice" wird dem in nichts nachstehen und grade in den USA wieder für Aufsehen sorgen. Schöner Melodic Rock in der Tradition von Rick Springfield, Bon Jovi und Konsorten ist Trumpf. Die Songs sind abwechslungsreich und allesamt absolut radiotauglich. Zwischendrin sorgt mal wieder ein straighter Boogie-Roller wie "Ready, Willing And Able" für ein breites Grinsen. Die rührenden Herz-Schmerz-Balladen ("To Get Back To You", "Take Me There") dürfen natürlich auch nicht fehlen. Teils ist das Ganze schon ein bisschen zu schwülstig, aber in diesem Fall passt das ja wie Arsch auf Eimer. (JH)

***5***

ALLEN / LANDE
"The Showdown"
Frontiers Records

Drittes Werk der Kollaboration der Herren Magnus Karlsson (Primal Fear), Russel Allen (Symphony X) und Jorn Lande (Masterplan, Lande,...). Im Angebot haben die Herren um Multiinstrumentalist Karlsson wie immer hymnischen Melodic-Metal. Magnus Karlsson versteht sich darauf, den zwei Ausnahmsängern Allen und Lande die Gesangslinien auf den Leib, bzw. in den Hals zu schreiben und untermalt das ganze mit verspielten, aber dezenten Dauer-Keyboards und kraftvollen Metalriffs. Es gibt in diesem Sinne keinen schlechten Song auf dem Album und jeder Melodic-Fan kann bedenkenlos zugreifen. Das einzige, was mir zum jetzigen Zeitpunkt fehlt, ist der der sogenannte "Hammersong", der dem album zur Höchstnote verhilft. (JH)

***6***

DOOBIE BROTHERS
"World Gone Crazy"
eagle records

Zehn Jahre wartet man auf was Neues von den Meistern des California-Rocks. Das Warten hat sich allerdings gelohnt. Die Doobies strotzen hier nur so vor Spielfreude. Eingängige Hooks, großartige, zeitlose Songs in einem modernen Soundgewand. Man fühlt sich an Großtaten aus den Siebzigern/Achtzigern erinnert. Mal gibt´s eingängige Rocker wie "Chateau", "Nobody" reiht sich ein in Meilensteine wie "Jesus Is Just Alright", beim Titelsong hört der Fuß gar nicht auf mitzuwippen. "Young Man´s Game" ist ein schöner Boogie-Roller, "My Baby" ist ein absolut entspannter Blues mit großartiger Gesangslinie und schöner Akustik-Slide-Gitarre, die Akustikg-Ballade "I Know We Won" wird unterstützt von Country-Legende Willie Nelson. Ich kann hier jetzt noch ewig weiterschwärmen. Wer in seiner Sammlung noch eine CD braucht, die die ganze Bandbreite von Rock über Blues bis hin zu Jazz-Einflüssen sucht und die gerne auch über Jahre hören möchte, kann hier unbesorgt zuschlagen. Klasse. (JH)

***5***

PAVLOV´S DOG
"Echo & Boo"
Rockville Music

Das Debut "Pampered Menial" sowie das darauffolgende "At The Sound Of The Bell...) aus den frühen Siebzigern gehören zu den Folk-Prog-Rock-Klassikern. Dann verschwand Mitt der Siebziger eine der interessantesten Bands der damaligen Zeit einfach von der Bildfläche, hinterliessen jedoch ein großer Vermächtnis. "Song Dance" wurde von Anfang der 80iger lange Jahre in jeder Rockdisco aufgelegt. Meldung geisterten durch die Medien, wonach der Mann "mit der Stimme aus einer anderen Welt" - David Surkamp - aus dem Leben geschieden sein soll. Umso überraschender kam die Nachricht, dass Pavlov´s Dog ein neues Lebenszeichen von sich geben.

"Echo & Boo" ist ein Album, dass sich stark an den Folk-Prog-Wurzeln der Band orientiert. Stimmige Folk-Rock-Songs ("Angeline"), einfühlsame Balladen ("Angel´s Twilight Jump"), die etwas abgedrehten Prog-Kompositionen "Echo & Boo" und "The Death Of North American Industry Suite", schöne Prog-Hymnen ("Calling Out For Mine") sowie das leicht jazzig angehauchte "Jubilation" machen "Echo & Boo" zu einem Album, dass problemlos auch als Output Mitte der 70iger durchgeht. Über allem thront natürlich die einzigartige Stimme von Sänger David Durkamp. Einzig der etwas modernere Sound und die Produktion lassen vermuten, das die Scheibe aus den heutigen Tagen stammt. Da muss man aber schon genau hinhören. Kein Album für Partys, aber ein Muss für alle Fans der ersten Alben, sowie ein Tipp für alle, einfach mal ihr Spektrum erweitern wollen. Nix für Rocker. (JH)

***6+***

POISON SUN
"Virtual Sin"
Metal Heaven

"Sakkradi" ... so heisst`s bei uns in Bayern, wenn Dich irgendwas komplett überrascht. So geschehen, beim Hören vom Debut von Poison Sun. "Virtual Sin" ist ein Riff-Monster allererster Güte, mit einer Klasse Vocalistin, nämlich Martina Frank. An der Gitarre werkelt niemand anderer als Herman Frank (Accept), der ebenso für die Produktion verantwortlich zeigt. Lange Rede, kurzer Sinn. Eins der stärksten Alben, die 2010 veröffentlicht worden sind. 10 Songs voller Power, wahnsinnig hammerharten Gitarrenriffs, Hooks, die schon beim ersten Mal hängenbleiben und absolutem Spassfaktor. Der Opener "VooDoo" ist eine der geilsten Heavy-Nummern ever, ebenso "Killer", ach was, eigentlich sind alle klasse. Sound Spitze, Songs Super. Kaufen und alles wird gut. (JH)

***5***

MICHAEL BORMANN
"Different"
AOR Heaven

Irgendwie immer ein Geheimtipp, der es aber nicht zur großen Nummer schafft. So oder so ähnlich kann man die Karriere des Ex-Jaded Heart Sängers/Gitarristen bezeichnen. Obwohl er in schön regelmässiger Reihenfolge immer wieder - teils saucoole - Alben einspielt. Beim ersten Hören von "Different" dachte ich mir, na ja, aber je öfter das Teil durchläuft, umso besser gefällts mir. Schon der Opener "Life Is A Miracle" ist ein schöner abwechslungreicher Kracher. Zwischendrin wird mal auf der akustischen geklampft - "Mr. Rock´n´Roll ist ein richter Spassmacher - dann gibt´s natürlich auch Balladen die durchaus gefallen. Das einzige, was bei mir kompett durch den Raster fällt ist die Schlußballade "Was mir fehlt". Ansonsten ist "Different" ein richtig gutes Rock-Album des Multiinstrumentalisten Bormann. (JH)

***5***

DAN REED
"Coming Up For Air"
AOR Heaven

Nach seiner Neufindung in Indien und Jerusalem und dem Umzug mit Sack, Pack und Studio in selbige Stadt beehrt uns Dan Reed mit seinem neusten Output "Coming Up for Air". Allen, die auf einen neuen Kracher aller "Slam" zu Network-Zeiten hoffen, sollten besser die Finger davon lassen. Der neue Silberling ist nämlich eher schöner Akustik-Pop/Rock. Einfühlsam beschreibt Dan Reed in 12 Songs Stationen und prägende Orte seines Lebens und Schaffens. Dies schafft er auf eine Art und Weise, wie man sie wohl nicht erwartet hat. Mit seinen Mitmusikern Toni Medcalf und Derek Shulman produzierte Reed ein Scheibchen, dass sein Faible für´s Akustische näher beleuchtet. Es müssen nicht immer Stromgitarren sein. Anspieltipp: "Candlelight"- eine wunderschöne Ballade. Alles in allem komplett schön zu hören. (JH)


***5***
ENTRAILS
"Tales From The Morgue"
FDA Rekotz

Okay, ich bin kein Death-Metaller, hab mich auch nicht sonderlich damit beschäftigt, aber beim ersten Durchlauf von "Tales From The Morgue", krachts aud den Boxen, das mir Angst und Bange um mein neu erworbenes Equipment wird. Brutalste Riffs, Growls, die man aber auch noch versteht, kein wüstes Geprügle sondern ist in jedem song durchaus immer ein Struktur zu erkennen. Ein Song wie "Voices" prügelt dem Hörer alles, aber auch wirklich alles aus dem Körper, was denselbigen belastet. Ich denke mit der Scheibe kann man auch Viren ausrotten. Wie gesagt, ich bin kein Death-Metaller, aber mir gefällts. Produziert wurde die Scheibe von keinem anderen als als von Legende Dan Swanö. Das sagt soundtechnisch schon alles aus. Ich finds geil. (JH)


***6+***

METHODS OF MAYHEM
"A Public Disservice Announcement"
ROADRUNNER RECORDS

"Tommy is back". Nach dem überwältigenden Erfolg des ersten MOM-albums das allerdings auch schon 11 Jahre zurückliegt, fährt der Mötely Crüe-Drummer jetzt wieder so ein Geschütz auf.
Tommy und sein Team (Produzent Scott Humphrey und Sänger/Gitarrist J3) schrieben eine Reihe von Songs- und Songbausteinen, stellten diese dann öffentlich ins Internet, damit jeder, der wollte mit oder an diesen Songs arbeiten konnte.
Herausgekommen ist dabei ein Album, dass sich nicht so richtig in eine Genre stopfen lässt. Auf den Party_mitgröler "Drunk Uncle Pete" folgt mit der ersten Single "Time Bomb" ein richtig schöner Rocker, der wiederum vom sehr ruhigen "Louder" abgelöst wird. Und so geht das ganze auch bis zum Schluss weiter. Nu-Metal-Anleihen gepaart mit Beatles-Songfragmenten und Funk, bzw. HipHop-Einlagen und allerlei World-Musik machen "A Public Disservice Announcement" zu einem sehr starken und abwechslungs-reichen Album. In Zeiten, in denen der Musikmarkt mit inem Haufen von nichtssagender Musik überschwemmt wird, ist diese Scheibe ein Segen. (JH)

***5***

VILEFUCK
"What Lies Ahead Is Already Dead"
FDA REKOTZ

Debutalbum der Band aus Schweden. Nach fünf Demos die erste komplette CD. Man ist geneigt, nach dem VÖ-Datum gefragt, das Scheibchen irgendwo Mitte/Ende der Achtziger einzuordnen. Soundtechnisch staubtrocken produziert, was aber nicht zum Nachteil gereicht. Man meint Sodom aus den Anfangstagen, sowie ein bisschen Destruction und Kreator herauszuhören und zwar aus den Tagen, als sie noch vor ein paar Metalheads irgendwor im Ruhrpott in feuchten Kellern zuwerke gingen. Schnelle Songs, die dir ohne Rücksicht auf Verluste voll auf die zwölf hauen. So muss das sein. Schöner Old-School-Trash mit Death-Einflüssen. Cooles Scheibchen. (JH)

***6***

STONE SOUR
"Audio Secrecy"
ROADRUNNER RECORDS

Das nunmehr dritte Werk der Slipknot-Mitglieder, Sänger Corey Taylor und Gitarrist James Root - und eins vorweg: es ist richtgi klasse geworden. Man tut sich schwer es zu kategorisieren. Metal, Alternative, Nu-Metal - es ist von allem was geboten. Schon der Opener "Mission Statement" knallt dir die Birne aber so was von gegen die Wand. "Dying" ist ein klassischer Heavy-Rock-Song, die Ballade "Hesitate" ist einfach nur wunderschön, der Rausschmeisser "Threadbare" beeinhaltet so ziemlich sämtlich Stile der härteren Rockmusik die´s gibt.

"Audio Secrecy" hat das Zeug zu einem zeitlosen Klassiker, da es die perfekte Mischung zwischen Gut und Böse, leise und laut, brachialen Genickbrechern und sanften Herzstreichlern bietet. Ich bin begeistert. (JH)

***5+***

BLACK LABEL SOCIETY
"Order Of The Black"
ROADRUNNER RECORDS

"Zack is Back" - man durfte gespannt sein auf das erste Album nach Ozzy und vor allem weil Mr. Wylde ja diesmal nüchtern zu Werke ging. Nehmen wir´s gleich vorweg: ganz große Überraschungen gibt´s nicht. Aber wie sollen uns BLS auch sonderlich überraschen. Das der Gute Zack ja einer der besten Gitarristen im Metal-Bereich ist, weiss ja jeder. Und genauso geht er auch zu Werke. Allerdings stellt er sich dabei nicht sonderlich in den Vordergrund sondern immer in den Dienst des Songs.

Ansonsten ist "Order Of The Black" ein Album, wie man es erwarten konnte. Wo Black Label Society draufsteht ist auch Black Label Society drin. "Parade Of The Black" haut dir so richtig in die Fresse, "Overlord" erfreut alle Stoner-Fans. "Darkest Days" und "Time Waits For No One" sind schöne Balladen, "Black Sunday" eine coole Midtempo-Nummer. Das Cover von Blind Faith´s "Cant Find My Way Home" ist ebenfalls gelungen. Meiner Meinung nach hat das Album keinen Schwackpunkt und ich glaube nicht das er was besseres fabriziert hätte, wenn er noch gesoffen hätte. Thumbs up. (JH)

***5***

UNRULY CHILD
"Worlds Collide"
FRONTIERS RECORDS

Sehr starkes AOR-Album einer Band, die es in dieser Besetzung zum letztenmal vor 16 Jahren gab.

Musikalisch ist das Ganze irgendwo zwischen Toto, Styx und Journey anzusiedeln und hat meiner bescheidenen Meinung nach Riesen-Airplaycharakter.

Alles in allem eine sehr schöne, runde Sache. Die Songs sind abwechslungsreich und wirken in keiner Phase langweilig. Songs wie die Uptempo-Nummer "Life Death" warten mit orientalischen Einflüssen auf, bieten krachende Riffs und mehrstimmige Hooklines. "Neverland" erinnern ein bisschen an Free oder Bad Company, der Rausschmeisser "Don´t You Know" hat den richtigen "Feuerzeug-Hoch-Faktor". Fazit: Nichts für den Headbanger - allen, die auf radiotaugliche Rockmusik stehen dürfte "Worlds Collide" gefallen. Mir auch. (JH)

 

***2***

SUBHUMAN
"Profondo Rozzo"
MAPLEMETALRECORDS

Was das denn??? Alle Titel sind italienisch??? Macht aber nix, da sowieso keine Sau versteht, was der gute Mann da für Laute von sich gibt.

Ansonsten gibt´s wüstes Death-Geprügle der allerschlimmsten Art. Irgendwie fällts mir sogar schwer, das Ganze in irgendwo zuzuordnen.

Sorry Leute, ich muss das Ding rausschmeissen, sonst krieg ich´s an den Nerven.

Gibts wirklich jemand, der sich sowas anhört? (JH)

P.S.: Die "2" gibts nur, weil die alle so schön Gitarre spielen können.

***4***

MASSIVE SLAVERY
"Global Enslavment"
MAPLEMETALRECORDS

Klasse Debutalbum der kanadischen Death-Trash-Metaller. "Global Enslavement" ist brutal, hart und böse. Hammerriffs und die knarzigen Vocals von Sänger Jon passen zur Mucke, wie Arsch auf Eimer. Songs wie "Global Enslavement" und "Destroy, Rebuild, Repeat" kommen rüber wie dein schlimmster Albtraum. Das einzige, was mit der Zeit auf den Senkel geht ist das ewige Double-Bass-Getrommle. Mach langsam Mann .... das geht auf die Hüfte.(JH)

***5+***

ROYAL REPUBLIC
"We Are The Royal"
Roadrunner Records

Lasst Euch bloss vom Cover des Debuts der vier Schweden Adam Grahn (v), Hannes Irengard (g), Jonas Almen (b) und Per Andreasson (d) nicht täuschen. Hier ist keine Boyband am Werk sondern eine Rotz´n Roll Band, die eine sehr coole Mischung aus tightem Draufgängerrock mit Punk-, Brit-Rock- und auch funkigen Einflüssen bietet. Zwischendrin fühlt man sich mal an die unvergessenen Gluecifer erinnert. Aber Royal Republic covern nicht, sie setzen neue Massstäbe in Sachen Schwedenrock. Die Jungs haben Spass bei der Sache und das hört man in jedem einzelnen Song.

Die gehen schon beim ersten Durchlauf ins Gehirn und machen einfach nur Laune. Songs wie "Cry Baby Cry", "All Because Of You" ... ach eigentlich alle. Geht in den Store, kauft euch das Ding und habt ein Leben lang Spass damit. Abzüge gibts nur in der B-Note, da ich der Meinung bin, die Produktion hätte etwas räudiger ausfallen können.(JH)

***6***

AVENGED SEVENFOLD
"Nightmare"
Roadrunner Records

" Wenn deine Albträume wahr werden...
"

Die Mitglieder von AVENGED SEVENFOLD waren gerade dabei, das Album ihres Lebens zu schreiben. Doch plötzlich veränderte ein Ereignis alles. Ihr Drummer Jimmy „The Rev“ Sullivan starb.
Sie hatten nicht nur ihren Drummer verloren, sondern auch ein Familienmitglied – einen Menschen, der seit Kindheitstagen der beste Freund des Sängers M. Shadows und Gitarrist Synyster Gates war und der im Laufe der Zeit als einer der erstaunlichsten und talentiertesten Schlagzeuger im Rock Genre angesehen wurde. Er wurde nicht nur von seiner Band, sondern auch von seiner erweiterten Familie, den Fans, geliebt.

So beginnt die Pressemeldung, als ich mir "Nightmare" von Avenged Sevenfold vom Label runtergeladen habe.

Die Band hat sich irgendwann aufgerappelt und die Arbeiten am neuen Album fortgesetzt. Die verbliebenen haben ihren ganzen Schmerz und auch ihre Wut über den tragischen Verlust in dieses Konzeptalbum gelegt. Diese emotionalen Ausbrüche hört man auch auf "Nightmare". Alle Songs sind bis auf´s letzte ausgefeilt. Abwechslungsreich, voller Power, viele Tempiwechsel und über allem, die mal tragende, mal vor Schmerz schreiende Stimme von Sänger Shadows.

"Nightmare" sehe ich als kommenden Meilenstein im Heavy-Rock. Man gebe sich Songs wie "Burried Alive". Hier findet man alles, was das Herz begehrt.

Viel besser geht´s nicht. (JH)

***6***

MURDERDOLLS
"Women And Children Last"
Roadrunner Records

Böse Lyrics, schneidende und saumässig groovende Riffs und jede Menge Spass bieten die Murderdolls mit "Women und Children Last". Heavy-Rock´n Roll in 14facher Ausführung und immer voll auf die zwölf - so machen die Murderdolls keine Gefangenen. Alle Songs sind knapp an der 4-Minuten-Grenze und machen einfach nur Spass. Kein endloses Gitarrengegniedel, sondern einfach nur drauflosrocken.

Die Murderdolls erfinden das Rad nicht neu, sondern bedienen sich bei Altbewährtem ohne zu kopieren. Ein bißchen Alice Cooper, ein bisschen Ozzy, mal was von Mötley Crüe (Mick Mars steuerte die Solis auf "Blood Stained Valentine" und "Drug Me To Hell" bei) zwischendrin Trash-Elemente und alles versehen mit eigener, moderner Note, was angesichts der Mitwirkens von Slipknots Joey Jordison ja auch kein Wunder ist.

"Women And Children Last" ist das richtige Mittel um mit dem verhassten Nachbarn richtig auf den Sack zu gehen. Killersong: "Blood Stained Valentine" Geil. (JH)

***6***

CIRCLE II CIRCLE
"Consequence Of Power"
AFM Records

Wenn ein Sänger einer ehemals grossen Band versucht "Das Erbe der Band fortzuführen" ist das ja schon mehr als einmal gehörig in die Hose gegangen. Zach Stevens, der ehemalige Savatage-Shouter, versucht dies ebenfalls, allerdings mit Erfolg. Mit "Consequence Of Power" haben "Circle II Circle" ein erstklassiges Power-Album am Start. Gut, in einigen Passagen ist die Savatage-Vergangenheit nicht zu leugnen, muss aber auch nicht sein. Saustarke Riffs, gepaart mit der erhabenen Stimme von Stevens und wahnsinnig abwechslungsreichen Songs - straighte Rocker, doomige Stampfer und zum Abschluss die Ballade "Blood Of An Angel" machen "Consequence Of Power" zu einem Anwärter in die Top-Ten der stärksten Alben 2010. Anspieltipp: Alles, da kein Schwachpunkt. Super. (JH)

***5***

ELVENKING
"Red Silent Tides"
AFM Records

Starkes Album der Folk-/Powermetall-Band aus Italien. Ich hatte schon die Befürchtung, das bei "Red Silent Tides" der "Mittelalter-/Folk-Faktor" wieder überstrapaziert wird. Gott sei Dank wurden meine Befürchtungen nicht bestätigt. Ansonsten findet der Hörer auf "Red Silent Tides" elf gute Power-Metal-Songs, die allesamt schon beim ersten Hören hängenbleiben. Zwischendrin hantiert man gekonnt mit diversen Instrumenten aus dem Folk-/Celtic-bereich. Eingängige Hooks, abwechslungsreiche Songs, die zu keiner Zeit langweilig werden. Anspieltipps: "The Cabal", "Possession", "You´re Heroes Are Dead", "What´s Left Of Me". Fette 5. (JH)

***3***

TAZ TAYLOR BAND
"Big Dum Rock"
eagle records

Okay, er hat für die US-Dates für MSG eröffnet. Ja, er ist auch ein guter auf seiner Explorer und nochmal ja, gute Ansätze und Einstiege in die jeweiligen Songs sind vorhanden, aber auch nurbruchstückhaft. Ansonsten ist "Big Dumb Rock" nur was für alle, ein neues Instrumentalalbum für neue Fingerübungen suchen. Es ist ja löblich, was der gute Taz auf seinem Instrument alles kann, aber entweder werden die Songs totgefiedelt oder sind einfach nur langweilig. Vielleicht wirds ja besser, wenn sich jemand die Mühe macht und schreibt Texte dazu. Ich hab mir CD oft angehört, aber es will um´s Verrecken einfach nicht besser werden, oder ich bin dafür einfach der Falsche zum Rezensieren. (JH)

***6***

RORY GALLAGHER
"The Beat Club Sessions"
eagle records

Rund 15 Jahre nach dem Ableben des irischen Ausnahmegitarristen folgt nun ein neues Output - the Beat Club Sessions. Braucht man sowas? Ganz klares Ja. Live aufgenommen in den frühen Siebzigern bietet sich dem Hörer Gallagher in Höchstform. Vor allem, weil der gute Rory live - wenn er nicht gerade viel zu tief ins Pint geschaut hat - bei seinen Songs immer noch eine Schippe draufgelegt hat. "Laundromat", "Hands Up", "Sinnerboy", "I Dont Kno Whre I´m Going", das fantstische "Messin´With The Kid" um nur einige zu nennen begleiteten Gallagher auch durch viele seiner Live-Auftritte. Absoluter Kauftipp - und das sage ich nicht nur, weil ich ein riesengrosser Rory-Fan bin. (JH)

***4+***

ATHORN - "Phobia"
AFM Records

Debutalbum der fünf Jungs aus Hannover die ihren Stil selbst als "Symbionic Metal" bezeichen - was immer das auch sein soll. "Phobia" bietet eine gute Mischung aus groovenden Riffs, etwas komplexeren Songstrukturen, mal doomig angehaucht mit schweren Gitarren ("Phobia"), mal experimenteller wie "Emperor Of Ruins", das etwas an System Of A down erinnert. Ich denke mal, dass die Scheibe erst bei mehrmaligem Hören so richtig knallt. Einziger Kritikpunkt meinerseits: ziemlich viel Gitarrengefidel. (JH)

***6+***

IRON MAIDEN
"The Final Frontier"

Tja, wie bewerten wir denn nun den neuesten Silberling der Eisernen Jungfrauen. Ich unterteil das Ganze jetzt mal:
1. Als "Maiden-Fan" der ersten Stunde.
Was ist das denn? Frage ich mich zumindest nach dem ersten Durchlauf. Wieder kein zweites "Number Of The Beast"...Und dabei hat es doch geheissen, es wäre eines der stärksten Alben der Band. Weit gefehlt...was machen die denn da??? Das hat doch- bis auf den urtypischen Sound - nichts mehr mit meinen Lieblingen aus Zeiten von Killers, Number Of Th Beast, Powerslave und wie sie alle heissen zu tun.

2. Als Musik-Fan der einen sehr weiten Horizont hat und immer offen für neues ist.
Iron Maiden goes Prog-Metal!!! Das ist es, was mir zuallererst einfällt. Sehr interessant beim ersten anhören, interessanter beim zweiten und noch interessanter beim dritten mal anhören. Das längste Maiden-Album aller Zeiten. Sphärische Intros/Outros, lange epische Passagen, perfekt inszenierte Stil- und Tempiwechsel und - auch wenn der Sound unverkennbar Maiden ist - bieten die Herren Dickinson, Harris und Co. hier mal völlig neue Facetten, die man einer Band, die sich immer im selben Genre bewegt, so wohl nicht zugetraut hätte. Alleine für den Mut nichts auf den Mainstream zu geben und das zu tun, was einem grade vorschwebt gibt´s ne glatte sechs. Grandios. (JH)

***6+***

BLIND GUARDIAN
"At The Edge Of Time"

Nuclear Blast
Mit "At The Edge Of Time" melden sich die Jungs aus Krefeld in der Metal-Welt zurück. Und wie sie das tun. "At The Edge Of Time" ist eines der stärksten Alben, dass die Herren, Kürsch, Olbrich, Siepne und Ehmke je veröffentlicht haben. Wo fängt man hier mit dem Besprechen an? Alleine "Sacred Worlds", "Valkyries" und "Tanelorn (Into the Void)" sind der Beweis dafür, dass Blind Guardian die Könige des hymnischen Powermetalls sind. "Curse My Name" erinnert an "Bards Song", der Rest ist kraftvoll, die Songs perfekt durchstrukturiert, glänzen teilweise in perfketer Verspieltheit ohne zu langweilen. Nach den letzten beiden - nicht ganz überzeugenden Alben - hauen die Jungs hier wieder ein Schwergewicht raus, dass es locker und leicht mit "Nightfall in Middle Earth" oder "Imaginations from the Other Side" aufnehmen kann. Pflichtkauf für jeden Metaller.(JH)

***5***

KORN
"REMEMBER WHO YOU ARE"
Roadrunner-Records

Treffender hätte man eine Albumtitel wohl kaum wählen können. "KoRnIII - Remember who your are" ist der Versuch, an die frühen Zeiten der Band anzuknüpfen, was meiner Meinung nach nur bedingt von Erfolg gekrönt ist. Sicher, die Songs wummern um einiges druckvoller aus den Speakern, als noch bei den beiden Vorgänggeralben, alles in allem aber will der Aggrofaktor, der die Band früher auszeichnete nicht so richtig zünden. "Let The Guilt Go" erinnert mich ein bißchen an "Twisted Transistor". Fazit: "Remember who you are" ist eines der besseren Korn-Alben. Songs wie "Lead The Parade" lassen hoffen, reichen aber an die alten Glanzzeiten nicht heran, als man sich beim hören eines KoRn-Albums den ganzen Frust eines beschissenen Tages von der Seele hören konnte. Irgendwie hab ich den Eindruck, als wollte man sich immer mehr im Prog-Metal etablieren und die Nu-Metal-Schiene hinter sich lassen Anspieltipp hierzu: "The Past". Die richtig kaputten Zeiten sind vorbei, von mir gibt´s trotzdem ne 5. (JH)



***6+***
KICKHUNTER - "ALL IN"
AFM-Records
Saugeiles Klassik-Hard-Rock-Album, dass jedem Freude bereiten dürfte, dessen Klangspektrum von den Stones über Bryan Adams bis Journey oder auch Deep Purple und Rainbow reicht. Gute Abgehnummern, super Produktion, einfach nur gut. Anspieltipp: das ganze Album. Macht Laune. Höchstnote 6 (JH)

***4***

KISKE/SOMERVILLE -
" Kiske-Somerville"
Frontiers Records
Was kommt dabei raus, wenn man den Ex-Helloween-Sänger musikalisch mit einer amerikanischen singer/Songwriterin zusammensteckt? Genau das, was uns Michael Kiske und Amanda Somerville hier präsentieren. Das Ganze hat irgendwie den Charakter von einer Mischung aus Nightwish, klassischen Einflüssen und Blackmores Night mit Darmverschluss. Zwischendrin hört man wieder verschiedene Helloween-Basics. Die Songs sind irgendwie alle schon mal dagewesen und plätschern so vor sich hin, ohne komplett zu enttäuschen´ aber auch ohne zu begeistern. Wer´s braucht... (JH)


***5***
STAN BUSH - "Dream The Dream"
AFM-Records
Empfehlung an alle Foreigner-, John Waite- und Bryan Adams-Fans. Sollten Euch die letztgenannten zum Hals raushängen, greift einfach bei "Dream The Dream" zu. Gut gemachtes Mainstream-Rockalbum, dass Im Indianer- und Cowboyland wohl einiges erfolgreicher sein wird als in unseren Landen. Damit sind wir wieder bei meiner Lieblingsfloskel: Mr. Bush erfindet auch das Rad nicht neu, aber das muss ja auch nicht sein.Und ausserdem ist "Sam´s Theme (The Touch)` ein Hammersong.. (JH)

***3***

TWO FIRES - Burning Bright
AFM-Records
AOR rules. Burning Bright stellt man ins Regal direkt neben Journey und Survivor. Viele Songs des Albums sind schon sehr nahe an eben genannten Originalen. Mir fehlt am gesammten Album das gewisse Quäntchen Eigenständigkeit, die eine Band haben sollte,. um sie von den Mitbewerbern unterscheiden zu können. Genau das kriegen - meiner Meinung nach - Two Fires eben nicht hin. Deswegen gibt,s auch nur ne 3. (JH)


***4+***
DANZIG - DETH RETHC SABAOTH
AFM Records
Tja,der Glen, die olle Socke...meldet der sich doch tatsächlich nach einer Ewigkeit wieder mal mit ner neuen Scheibe. Um es vorweg zu nehmen, diejenigen, die auch früher schon Glen´s Stimme als grenzwertig ansahen, werden auch mit "Deth Reth Sabaoth" nicht wirklich glücklich werden. Und auch mir fällt´s schwer, die Mischung aus Doors, Misfits und den doomigen Zwischenteilen richtig gut zu finden. Gut, der Opener "Hammer Of The Gods" zeigt schon, zu was Danzig fähig wäre, der Rest ist irgendwie nicht Fleisch und nicht Fisch. Auch auf die Gefahr hin, dass mich die Hardcore-Fans steinigen werden, aber ich hätte mir was schmissigeres erwartet.(JH)


***4***

BURDEN OF GRIEF- "Follow The Flames"
Massacre Records

Der 5. Silberling der deutschen Melodic-Thrash-Deather. Produziert diesmal von Legende Dan Swanö.Ich bin ja im Thrash, bzw. im Death-Metal nicht ganz so beheimatet, da mir das Ganze immer mehr zu einem nichtssagenden Einheitsbrei verkommt, nach dem Motto "Kennste eine, kennste alle", was natürlich auf die unsägliche vielen Neurerscheinungen von neuen Bands zutrifft. "Follow The Flames" macht wohl auch dem gemeinen Klassik-Power-Metaller Spass. "Follow The Flames" rifft und thrasht sich durch 11 Songs, denen etwas mehr Abwechslung nicht geschadet hätte. So geht´s halt einfach straight away.

Einzig und allein die Zugaben-CD mit 8 Coverversionen (u.a. "Hell Ain´t A Bad Place To Be von AC/DC - schrecklich) hätte man sich schenken können.
Anspieltipp: "Born In Fire"(JH) .



***5+***
IRON FATE - "Cast In Iron"
Massacre Records

Klassik-Metal aus deutschen Landen, dem haben sich die Newcomer Iron Fate aus Goslar verschrieben. Bei den ersten Takten merkt man schon um was es bei "Cast In Iron" geht - nämlich schönen "Old-School-Metal" vorwiegend "Priest-beeinflusst". Ohne Schnörkel und voll auf die zwölf. Highlight des ganzen Albums ist zweifelsohne das Organ des Sängers Denis Brosowski. Jenner schreit sich die Seele aus dem Leib wie einst der grosse Onkel Rob Halford in seinen besten Tagen. Nicht neu das Ganze, aber frisch und super gemacht und macht einfach Laune...(JH)

***4+***

RAVEN - "Walk Through Fire"
SPV/STEAMHAMMER

Mal was neues von den Gallagher-Brüdern Mark & John, kompletteiert durch Drummer Joe Hasselvander. Tja schon in den Achtzigern lieferten RAVEN gute Metalscheiben ab,
die aber wohl auch aufgrund des hohen Schreigesangs von John etwas sperrig daherkamen, und nicht so richtig zünden wollten. (Deshalb blieb ihnen wohl auch der Sprung zur ganz großen Metalband der 80ties verwehrt.) Dieses trifft auch ein wenig auf vorliegendes Album zu. Im Grunde nicht schlecht, technisch gut, Gesang nicht mehr so arg mit Geschreie vermischt, aber hmm. Sie läuft gut neben her, aber der Große Wurf isses ned. Für Fans schnörkellosem NWOBM sicher ein Pflichtkauf. Alles andere Probehören, weil bei jedem Hördurchgang kommt sie besser. Anspieltipp: Running Around In Circles. Benotung schwierig. (Joey)

***6***

YOSO - "Elements"
Frontiers Records

Immer wieder neue Supergroups...braucht das noch jemand? Im Falle von YOSO ein ganz klares JA... Hier finden sich Musiker von YES (Tony Kaye, Billy Sherwood) und TOTO (Bobby Kimball) zusammen und legen mal eben so ein klasse Album wie "Elements" hin. Hier stimmt alles, jedes Instrument tritt da auf, wo es Sinn macht. Kaye und Sherwood errichten gewaltige Soundwälle und über Sänger Bobby Kimball (TOTO) braucht sowieso nicht diskutiert zu werden. Johnny Bruhns (Gitarre + Background Vocals) und Scott Conner (Drums, Percussion, Background Vocals) komplettieren die Band.
Zwischendrin werden Elemente aus der Weltmusik verwendet - siehe Titeltrack und Opener "Yoso"., "Return To Yesterday". Ansonsten gibt´s hier nicht mehr viel zu schreiben. "Elements" und wird zusammen mit einer Bonus live CD veröffentlicht auf welcher die Band eine Kombination aus alten und neuen Klassikern performt. Das neue Songmaterial auf "Elements" begeistert durch eine optimale Symbiose der typischen Soundgewänder von TOTO und YESSo muss AOR-Rock/Rockmusik anno zwozehn klingen. (JH)


***6***

MOLLY HATCHET - "Justice"
SPV/Steamhammer

Selten hat es eine Band geschafft, über so lange Jahre konstant eine gute CD nach der anderen abzuliefern. "Justice" gehört meiner Meinung zu den Highlights der Band. Eingägnige Intros und Melodien gefolgt von kompromisslosen Gitarren-Riffs, die den Southern-Metal der Jungs, bzw. doch schon gesetzteren Herren aus Jacksonville ausmachen. Emotionale Balladen ("As Heaven Is Forever", "Fly with the Angels - Somer´s Song"). der Titelsong "Justice" schlägt in die selbe Kerbe wie das kultige "Fall Of The Peacemaker" und der Rest besteht aus knallharten Abgehnummern und der Hymne "American Pride". Super...(JH)

***2***

TERRA NOVA - "Come Alive"
Frontiers Records

Nach fünfjähriger Pause meldet sich das holländische Trio wieder mal mit einem Album. Warum eigentlich? Ich sags mal so: nach dem ersten Hören musste ich mich zum zweiten quälen. Was aber nicht unbedingt daran liegt, dass die Songs durchweg schlecht sind.Nein, der Opener "Come Alive" und das darauffolgende "Fighting Yourself" haben gute Ansätze, werden aber von Tastenmann Ron Hendrix total kaputtgedudelt. Der Rest bietet seichte, bis sehr seichte AOR-Kost mit wiederrum brauchbaren Ansätzen, die, wenn nicht durch die Keys zerstört werden einfach abgeleiert klingen. Besonders schlimm ist der Refrain bei "Under Pressure". Terra Nova versuchen verschiedene Einflüsse (TOTO, JOURNEY, YES, QUEEN, usw..)zu einem Ganzen zu vereinen, was meiner Meinung nach nur sehr bedingt funktioniert hat. (JH)

***4+***

TERRY HARNELL & MERCURY TRAIN-
"Round Trip"

Frontiers Records

Der ehemalige TNT-, Westworld- und Starbreaker -Sänger Tony Harnell meldet sich mit einem retrospektivischem Album zurück. Harnell fing sich sprichwörtlich unbekannte Musiker von der Strasse zusammen und verpasste einigen Songs seiner früheren Bands ein akkustisches Gewand. Herausgekommen ist dabei ein Album, an dem Fans der Eagles, der Black Crowes, Melissa Etheridge und derlei aber auch Freunde der Gotthard-Balladen (erinnert ein bisschen an "Open") ihre Freude haben dürften.

Man merkt den Herren hier den Spass und die Freude an, den sie beim umarrangieren und einspielen des Albums gehabt haben dürften.

Wie gesagt "AKKUSTIKALBUM" - nix zum Birne schütteln. Läuft gut durch... (JH)



***6***

Y&T - "Facemelter"
Frontiers Records

13 lange Jahre haben uns Y&T auf ein Studioalbum warten lassen und hauen uns dann so mir-nix-dir-nix ein Output wie "Facemelter" um die Ohren. Zugegeben, anfangs war ich etwas skeptisch, aber gleich beim ersten Hören hat´s mich schlcihtweg umgehauen. Hardrock, so wie er sein muss. "Facemelter" bietet eine derat ausgewogene Mischung aus eingängigen Melodien, sägenden Riffs und richtig coolen Grooves, das es dir schlichtweg die Schuhe auszieht. Was mich aber meisten fasziniert ist die staubtrockene Produktion, die dem ganzen noch das I-Tüpfelchen aufsetzt. Ich laber hier nicht mehr lange rum: ab in den Store und kaufen. Absolutes Highlight. (JH)

***6***

Vince Neil - "Tattoos and Tequila"
Frontiers Records

Mr. Neil gibt sich die Ehre....und haut mal eben so ein Solo-Album auf den Markt. Zwei brandneue Songs und 9 Coverversionen - da fragt sich doch der normale Mensch: "Wer braucht den sowas?" Und ich sag dann drauf: "Jeder, der Spass am Hard-Rock hat und ein gutes Album - auch wenn nicht viel eigenes dabei - zu schätzen weiss". "T&T" ist jetzt nicht der Weissheit letzter Schluss aber macht von vorne bis hinten Spass. Mein Anspieltipp: Das Scorpions-Cover "Another Piece Of Meat". Auch wenns Wetter noch nicht passt, aber "Tattoos & Tequila" ist ein Anwärter auf die Cabrio-CD 2010. (JH)

***6***

RATT - "Infestation"
Roadrunner Records

Ich konnte zu den absoluten Hochzeiten der Ratten in den Achtzigern nicht viel bis gar nix mit der Mucke anfangen. Wenn ich mir "Infestation" anhöre, weiss ich eigentlich gar nicht, warum. Vielleicht, weill sich die Jungs im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte weiterentwickelt haben und mehr wert auf die Songs, als auf die perfekt gestylte Frisur legen? Hard Rock pur, ohne Schnörkel. Sänger Stephen Pearcys Stimme klingt rauh und mMn tiefer und ausgegelichener als früher und passt einfach wie Arsch auf Eimer zu den absolut eingängigen Songs. Neben Pearcy gehören auch Gitarrist Warren DeMartini, Drummer Bobby Blotzer, Bassist Robbie Crane und der neue Gitarrist Carlos Cavazo zur Band.

Die Songs rocken und rollen, dass einem das Herz aufgeht und werden aber nach 3., 12., 37., 48 Mal auch nicht langweilig.

Subjektives Fazit meinerseits: Früher: na ja... anno 2010: geil...Vielleicht muss ich aber nur noch mal die alten Scheiben aus dem Schrank holen. (JH)

***5***

Pretty Maids - "Pandemonium"
Frontiers Records

Mit den Pretty Maids ist das immer so eine Sache. Die Band gibt´s seit gefühlten hundert Jahren, aber ausser "Future World" will nix so richtig bei rumkommen. Nicht anders ist das bei "Pandemonium". Die Herren Ronnie Atkins und Ken Hammer mit ihren Mitstreitern liefern hier ein grundsolides Hard-Rock-Album ab, aber eben nix zündendes. Nicht Fleisch und nicht Fisch. Ich will hier niemandem abraten und die Hardcore-Fans werden meine Kritik sicher auch nicht nachvollziehen können, aber leider schöpfen die Pretty Maids ihr sicherlich vorhandenes Potential auf "Pandemonium" wieder nicht aus. (JH)



ohne Bewertung

Triumph - "Greatest Hits"
Frontiers Records

Eine der erfolgreichsten Bands der 70er und 80er macht wieder von sich Reden. Leider nur mit einem remixten Album ihrer grössten Hits. Alle die Triumph kennen, werden vielleicht scharf auf die DVD mit 11 Videos und diversem Bonus-Material sein, allen anderen, die sich gerne mal mit der Mucke der ausgehenden 70ern beschäftigen möchten kann ich nur raten, sich das Teil zuzulegen. (JH)

***5***

Masterplan - "Time To Be King"
AFM Records

"Die Rückkehr des Königs" hätte den Albumtitel wohl noch übertroffen. Megashouter Jorn Lande ist wieder zu Masterplan zurückgekehrt. Hat sich absolut gelohnt, den "Time To Be King" präsentiert sich als Melodic-Metal-Album der Kategorie 1. Schön harmonisch, kraftvolle Gitarren, Synthies als Bereicherung im Background und über allem thront Jorn Lande mit seiner Mega-Stimme. Die glasklare Produktion rundet das Ganze schön ab. Unter Strich braucht "Time To Be King" keinen Vergleich mit den absoluten Größen des Melodic-Power-Metal scheuen.(JH)

***5***

Shadowside - "Dare To Dream"
S4

Das Multikulti-Projekt von Shadowside haut mit "Dare To Dream" genau in die Kerbe von Hard Rock und Heavy Metal. Gut...Reviews sind immer ein Stück weit subjektiv, aber meinen Nerv haben die vier Musiker um Sängerin Dani Nolden absolut getroffen. Nichts verspieltes sondern einfach Hard-und Heavy-Rock straight und eingängig. Die Produktion ist auf das nötigste reduziert und hört sich an, als wenn´s in der Garage aufgenommen worden wäre. Einen absoluten Megahit bietet "Dare To Dream" jetzt nicht unbedingt, aber des Ding läuft töfte durch. (JH)

***6+***

Vanden Plas - "The Seraphic Clockwork"
Frontiers Records

Der gemeine Halswirbeltester kann hier sofort aufhören zu lesen. Vanden Plas haben mit "The Seraphic Clockwork" ein Konzeptalbum am Start, das sich ohne Zweifel seinen Platz in der Geschichte Prog-Metal sichern wird.

Bombastisch aufwändige Orchesterarrangements, Keyboard- und Bläsersätze gepaart mit hammerharten Riffs und eingängigen Melodien in sensationell aufgebauten Songs. Meiner Meinung nach stimmt hier alles, aber auch wirklich alles. Jeder Song für sich ist ein kleines Meisterwerk, das zu einem homogenen Gesamten gipfelt.

Die Band fasst diese Story auf ihrer Homepage kurz so zusammen:
"Die Story des Konzeptalbums erzählt von der Zeitreise des im 16. Jahrhundert in Rom lebenden Protagonisten, der aufgrund einer Vision vom Ende der Welt in die Mühlen einer alttestamentarischen Prophezeiung gerät. Er reist zurück ins Jerusalem des Jahres 33 n. Chr., wo er sich seiner gottgewollten Bestimmung stellen muss."

Hammeralbum.... (JH)

***5***

Wicked Sensation - "Crystallized"
Metal Heaven

2006 wurde das Projekt "Wicked Sensation" auf Eis gelegt, zum Leidwesen vieler Rock/Melodic-Metal-Fans. War doch das 2002er Debut "Reflected" in aller Munde. Schnell war vom "Newcomer des Jahres" die Rede. Aufgrund des Ausstiegs von Ur-Sänger Robert Soeterboek geriet das Ganze jedoch etwas ins Stocken. Gut, das Gründer und Gitarrist Michael Klein das Thema nie ganz abgeschlossen hat und 2009 die Zusammenarbeit mit Originalsänger Soeterboek wieder aufgenommen werden konnte.

Herausgekommen ist dabei ein abwechslungsreiches Melodic-Metal-Album an dem viele Freude haben werden. Schneidende Riffs, Melodien die schön beim ersten Hören hängen bleiben, wie beim starken Opener "Better World" und dem darauffolgenden "My Turn To Fly" mit Helloween-Sänger Andi Derris. die Keys befinden sich da, wo sie hingehören - dezent im Hintergrund.

Fazit: saustark (JH)

***6***

Triosphere - "The Road Less Travelled"
AFM Records

Klasse Powermetal aus Norwegen. Alles überragend die Stimme von Bassistin Ida. "TRLT" ist vollgepackt mit mitreissenden Melodien, schneidenden Riffs, ist abwechslungsreich und wird zu keiner Sekunde langweilig. Mehr gibt´s dazu nicht zu sagen, bzw. zu schreiben. Höchstnote... (JH)

***3***

Crystal Viper
"Defender Of The Magic Circle"
Live in Germany
AFM Records

Das Powermetal auch anders geht beweisen "Crystal Viper" mit ihrer aktuellen Livescheibe "Defender Of The Magic Circle". Es reicht einfach nicht aus Power-Metal nur über die Gitarren zu definieren, denn die sind ok. Ansonsten kommt das Ganze für mich aber ziemlich uninspiriert aus den Boxen und Frontfrau Gabriel unterzieht mein Nervenkostum spätestens mit Ihrem "OOOOOH.....OOOOOH-Gejammer" bei "Shadows On The Horizon" einer extremen Belastungsprobe.
Ob man ein Live-Album auf einem Festival aufnehmen muss, auf dem sich ohrenscheinlich grad mal ein paar Metalheads tummeln soll jeder für sich selber entscheiden.
"DOTMC" wurde 2009 auf dem Magic circle Festival aufgenommen und enthält den bisher unveröffentlichten Song "Secret Of The Black Water" (erscheint auf dem nächsten Longplayer).

Sorry Leute, aber ist wohl nur was für "Die-Hard-Fans". (JH)

***5***

Magica - "Dark Diary"
AFM Records

Nightwish-Fans aufgepasst. Die rumänische Band "Magica" öffnet ihr "Dark Diary". Darin enthalten sind 11 Power-Metal-Perlen, die durch und durch mitreissende Melodien bieten. Getragen von absolut megamässigen Riffs und der betörenden Stimme von Fronterin Ana Mladinovics bietet das "Schwarze Tagebuch" ein Powerpaket voller Emotion. Ich könnte mir vorstellen, dass auch der ein oder andere "Blackmores Knight"-Fan hier nicht unbedingt weghören wird - allein der Stimme wegen.
Zur Höchstnote reichts leider nicht, da der absolute Hammersong fehlt. (JH)


***6***

:::TESLA - "Alive in Europe":::
Frontiers Records

Na sowas aber auch...da präsentieren uns Tesla nach 25 Jahren und bisher einem Akkustik-Live-Album (Five Man Accoustical Jam, das auch die Ära der "Unplugged-Sessions" einläutete) ihr erstes echtes Live-Album. Aufgenommen in verschiedenen Locations ihrer letztjährigen Europatour, spielen sich Jeff Keith (v), Frank Hannon (g), Brian Wheat (b), Dave Rude (g) und Troy Luccketta den Arsch ab, als ob´s kein Morgen mehr geben würde. Hier wird abgerockt, man hört fast die Fans das Bierchen zischen und kann förmlich den Schweiss riechen. Die Setlist läst (fast) keine Wünsche offen: "Forever More", "Modern day Cowoby", das geniale "Hang Tough", "Signs", usw...

Wer schon länger auf eine absolut geniale Live-Scheibe gewartet hat, dem sei gesagt: Das Warten hat sich gelohnt. Kann man ungehört kaufen. Geile Scheibe...(JH)


***6+++
::: AIRBOURNE - "NO GUTS, NO GLORY" :::
Roadrunner Records

Wie macht man weiter, wenn man das Hammeralbum des Jahres 2008 veröffentlicht hat, Newcomer des Jahres wurde und in aller Munde beim gemeinen Hard- und Heavy-fan ist? Ganz einfach: man tut das, was man am besten kann und wirft nach "Runnin´wild" mit "No Guts, No Glory" ein Album auf den Markt, dass seinem Vorgänger in nichts, aber auch in gar nichts nachtsteht. So - und nur so - muss harter Rock klingen. Anspieltipps: das ganze Album ohne Ausnahme. In den Store gehen - nicht anhören - einfach kaufen. Airbourne vereinen alle Stärken von AC/DC, Rose Tattoo, Krokus, Broken Teeth, und wie sie alle heissen. Die Schwächen der eben genannten lassen sie einfach weg. "No Guts, No Glory" groovt und fetzt wie Sau. Und sollten sich die Nachbarn wegen des Lärmpegels beschweren: Scheiss drauf, Regler auf 10 und nochmal hören und nochmal und nochmal und....Man verzeihe mir meinen Begeisterungsanfall - aber ist halt so...(JH)


***5***
::: CRASHDIET - "Generation Wild":::
Frontiers Records

Sehr schönes, melodisches Hard-Rock-Album im 80´s-Retro-Style. Für alle, die Sebastian Bach und Skid Row aus den ausgehenden 80ern und frühen 90ern vergöttert haben, werden an "Generation Wild" ihre wahre Freude haben. Hammerriffs gepaart mit hymnischen Vocals ohne altbacken zu wirken. Alles in allem "very sleazy". Anspieltipps: "Armageddon" und "Chemical". Bei letzterem Song ist man irgenwie der Meinung als hätten sowohl Def Leppard als auch die Beatles irgendwie daran mitgearbeitet. "Generation Wild" hat bestimmt das Zeug um auch bei großen Radiostationen Airplay zu kriegen. Einziger Kritikpunkt (ja, ich fast an allem irgendwas aussetzen): Der Scheibe fehlt irgendwie der letzte, absolute Killersong. Ansonsten aber 5 von 6 Punkten. (JH)


***5***
::: TAKING DAWN - "TIME TO BURN" :::
Roadrunner Records

Das aus Las Vegas nicht nur überschuldete Glücksritter kommen beweisen die vier Jungs von "Taking Dawn" mit ihrem Debutalbum "Time To Burn". Power-Metal mit deftigem 80`s-Einschlag, hymnischen Refrains, aber trotzdem verdammt schnell und ordentlich gerotzt bietet sich dem Hörer. Gut hier und dort wird mal ein bisschen gemopst - "Fight Em with Your Rock" hat ordentlich was von Mötley Crüe´s "Kickstart My Heart" - aber was soll´s... Ich möche hier nicht den Eindruck des Plagiats erwecken, nein, im Gegenteil, "Time To Burn" führt das in einer modernen Art und Weise fort, was in den Achtzigern begonnen wurde nur halt mit zeitgemässem Einschlag. Und das Fleetwood-Mac-Cover "The Chain" ist einfach nur geil...

Ich bin nur mal gespannt, ob die Jungs auch live das halten können, was sie auf CD versprechen. "Taking Dawn" sind Support-Act von "Airbourne" und wenn sie´s nur halbwegs hinkriegen, dann hab ich ein bisschen Angst um meine Ohren. Einziges Manko - und deswegen auch nicht die Höchstnote - ist die etwas zu glatte Produktion. Wär´s etwas "dreckiger" würd ich glatt ne "6" vergeben.(JH)


***6***

:::ASIA - "Omega":::
Frontiers Records

Für alle, die´s noch nicht wissen: ASIA ist definitiv nichts für Headbanger, Träger von umgedrehten Kreuzen, Leute die sich liebend gerne auf Friedhöfen aufhalten, Kirchenanzünder, bierbäuchige Kuttenträger mit fettigen Haaren. "Omega" setzt einfach die "Asia-Tradition" fort und ist nichts anderes als ein Prog-Rock-Album oder eher ein Pop-Rock-Album wie man es besser nicht machen könnte. Alles, was die Herren Steve Howe, Carl Palmer, John Wetton und Geoff Downes hier zusammenmusizieren könnte in-sich-stimmiger nicht sein.

Ich weiß nicht in wievielen Line-Up´s ASIA schon unterwegs waren, aber halten wir´s mal dem Statement, das Gitarrist Steve Howe zur Reunion von sich gab: "This is the REAL ASIA," says guitarist Steve Howe. "There have been other versions of the band, but this original line-up is the one that the public truly embraced. Since we only toured for a couple of years, it will be nice, finally, to play for audiences all over the world, many of whom never had a chance to see the group in concert."

"Omega" ist ein Album zum entspannen, träumen, sich wohlfühlen, aber auch zum laut hören, damit die musikalische Perfektion der 12 tracks geniessen kann. Ich kann´s nur wärmstens empfehlen. (JH)



***5+***
::: RAVENRYDE -
"IN THE SPIRIT OF DARKNESS" :::
8TON MUSIC(BSC/ROUGH TRADE)

Halleluja...starkes, bzw. saustarkes Debut von RAVENRYDE, der neuen Formation von Ex-Blue-Cheer-Gitarrist Didi Saller. Schon beim ersten Durchhören bleiben die Songs im Ohr hängen. Didi´s Gitarre "sägt" sich durch die Songs, ohne sich absolut in den Vordergrund zu stellen. Mit Drummer Andy Gmeinwieser, Bassist Hans Leikam, Keyboarder Jan Nagel und Shouter Matt Joseph (geile Röhre) haben sich hier fünf Vollblut-Rocker gefunden, die perfekt miteinander harmonieren. Stilistisch liegt "In The Spirit Of Darkness" irgendwo zwischen Black Sabbath, Dio und Uriah Heep ohne billig kopiert zu wirken. Stattdessen verschmelzen diese Einflüsse zu einem absoluten Hammeralbum was die Songs und deren musikalische Umsetzung betrifft. Mit "If I Was King" und "love Will Find It´s Way" gibts auch zwei wunderschöne Balladen, in denen sich Sänger Matt mit einer - mir bis jetzt noch unbekannten - Dame stimmlich duelliert. Das machen die beiden dermassen gut, dass sich sogar mir als "Balladenkritiker" die Nackenhaare aufstellen. Anspieltipps: das stampfende "Demon", die Abgehnummern "Ryde with the Pack" und "Unholy Ground"...eigentlich alles.

Abzüge gibt´s für mich in der B-Note, sprich, die Produktion wird der Qualität der Songs und der Musiker nicht ganz gerecht. Hier fehlt mir etwas die Power, die dem Ganzen noch die Krone aufsetzt. Ansonsten gibt´s nichts zu meckern und ich freu mich auf das Nachfolgealbum. Also lass knacken Didi...(JH)


***6***
::: FM - "METROPOLIS" :::
AOR HEAVEN - Soulfood

Zuallererst: NIX für Headbanger, sondern Melodic-Rock mal härter, mal softer...wie´s halt sein soll. Was die Herren Overland, Goldsworthy, Jupp, Davis und Kirkpatrick mit "Metropolis" abliefern ist allererste Sahne. Jedes Lied durchdacht, kein Instrument dominiert, sondern alles harmoniert perfekt miteinander. So muss sich Rockmusik anhören. Wer mit Journey, Magnum, Free, Bad Company und Konsorten kann, wird diese Scheibe lieben. Anspieltipp: Track 4 - "Flamingo Road". Sechs mit Stern...ohne Kompromisse...einfach ein geiles Album... (JH)


***4+***
:::KITTIE - "IN THE BLACK" ::::
Massacre Records

Schönes Metal-Brett mal klassisch, mal trashig. Einziges Manko an dieser Scheibe: mir fehlt etwas die Innovation in den Songs. "In the Black" ist ein gutes Metal-Album, allerdings ohne große Höhepunkte. Handwerklich alles top - und Frontlady Morgan Lander ist nicht nur visuell ein Hingucker. (JH)


***5***
::: WINTERS VERGE - "Tales of Tragedy":::
Massacre Records

Klassisches Metal-Album von Zyperns Metal-Export Nr.1. Abwechslungsreich, hymnisch, mystisch klasse Gitarren. Beim ersten Hören blieben die Songs sofort im Gehörgang hängen. Blind Guardian-Fans sollten hier bedenkenlos zuschlagen. Böse Geister werden hier Plagiatismus wittern, aber man muss ja nicht jedesmal das Rad neu erfinden. Ich find´s klasse. (JH)


***5***

::: CREMATORY - "INFINITY" :::
Massacre Records


Wo Crematory draufsteht ist auch Crematory drin. Mehr will ich zum neuen Silberling der deutschen Gothic-Metal-Vorreiter gar nicht schreiben. Vielleicht eine Spur düsterer und mit etwas verfeinerter Keyboard-Arbeit bietet Infinity dem Goth-Fan genau das, was er erwartet. Ansonsten überzeugt Infinity durch tonnenschwere eingängige Gitarrenriffs. In der Crematory-Tradition was das covern von Songs betrifft, haben sich die Jungs diesmal an "Black Celebration" von Depeche Mode ausgetobt. Schönes Ding. (JH)


***5***
:::SERPENTINE - "A TOUCH OF HEAVEN" :::
AOR HEAVEN

Achtung an alle Journey-Fans. Serpentine liefern mit "A Touch Of Heaven" ein erstklassiges AOR-Album ab. Ganz in Tradition von Neil Schon & Co. wissen die fünf Herren um Sänger Tony Mills auf ganzer Linie mit eingängigem Radio-Rock zu überzeugen. Irgendwie fühlt man sich beim Hören ein bißchen in die 80ziger zurückversetzt. Anspieltipp: Track 5 "Let Love Rain Down". Klasse... (JH)

***6***
::: STATE OF ROCK - "A POINT OF DESTINY"
Metal Heaven

Zweites Projekt um den charismatischen Sänger Tony Mills. Anders als bei Serpentine stehen hier die Keys ein bißchen zurück und die Gitarren im Vordergrund. Gut zu hören beim Opener "Black & Blue" und "Count me out". Überhaupt lädt die ganze Scheibe so richtig schon zum mitwippen ein. (JH)

***4***
::: ANGELS OF BABYLON- "KINGDOM OF EVIL"
Metal Heaven


Was haben wir denn hier. Dave Ellefson (Ex-Megadeth) und Drummer Rhino (Ex-Manowar) machen gemeinsame Sache. Sänger Davod Fefolt (klasse Stimme) und Klampfer Ethan Brosh vervollständigen das Quartett, das sich ganz dem Black Sabbath-lastigen Heavy Metal verschrieben hat. Ich sag´s mal so: ist gut zu hören, aber die ganz großen Überraschungen fehlen hier und ausserdem übertreibts der gute Brosh etwas arg mit seinen Solis. Mein Favorit: "Oh How The Mighty Have Fallen".(JH)

***5***
:::SHYLOCK - "ROCK BUSTER"
Metal Heaven


"Rock Buster" ist ein solides Hard-, bzw./Heavy-Album. Die Songs gehen gut ins Ohr und sorgen für gute Laune (bei mir zumindest - aber ist ja bekanntlich alles subjektiv). Der eine oder Andere Hörer wird beim Gesang vielleicht Abstriche machen. Frontmann Matthias Schenk bewegt sich stimmlich schon ziemlich auf den Wegen von Bonfires Claus Lessmann. Ansonsten werde ich mir aber "Rock Buster" mit Sicherheit häufiger zu Gemüte führen. Favorite-Song: "Dawn".(JH)


***4***

::CORONATUS- "FABULA MAGNA"
Massacre Records


Deutscher Goth-Metal ganz in der Tradition von Within Temptation und Nightwish. Wobei hier der Klassik-Faktor wohl mehr beansprucht wird, als bei den vorher genannten. Ausgewogene Mischung aus deutschen und englischen Texten. Zwischendrin überreichen sich die beiden Frontfrauen die Sangesparts, was wohl auch nicht jedermanns Geschmack ist. Insgesamt fehlen mir die spontanen Highlights auf der ganzen Scheibe, auch was das Songwriting betrifft. Aber wals soll´s: Ich hab auf alle Fälle schon schlechters gehört.(JH)

***5***
::ELYSION - "SILENT SCREAM"
Massacre Records


So und nicht anders würden sich in heutiger Zeit Agnetha und Annafrid von ABBA anhören, wenn sie die Schnarchtüten Benny und Björn endlich artgerecht entsorgt haben. Schöne, eingängige Epic-Metal Songs, ohne große Schnörkel. Elysion werden mit Silent Scream wohl nicht die ganz große Musikgeschichte schreiben, die allerdüstersten Gothicer werden wohl auch die Nase rümpfen. Aber ich finde, Silent Scream ist durchweg ein schönes Epic-album geworden, das sich auch mal ein Klassik-Rocker wie ich mehrmals anhört. Ausserdem gefällt mir die Stimme von Frontfrau Christianna...aber ich war ja auch kürzlich bei "ABBAMANIA". (JH)
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