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INTERVIEW
MIT STATUS QUO-KEYBOARDER ANDY BOWN
| Warum
sein Album in keiner Plattensammlung fehlen darf... |

Was
ist das Besondere an Deinem neuen Album "Unfinished Business"
und warum sollten es sich die Menschen kaufen?
AB:
Es ist das Beste, was ich je gemacht habe. Jeder, wirklich jeder
sollte sich "Unfinished Business" anhören, weil
es sich auf die unerledigten Geschäfte eines Jeden bezieht.
Es handelt von unerwiderter Liebe, verlorener Liebe, sexuellen
Fantasien, zeigt mit dem Finger auf böse Leute, ist eine
totale Liebeserklärung an den Blues - und er rockt, es rockt
richtig. Wo sonst erhält man das alles für 10 Euro?
Wie
kommt es, dass 33 Jahre zwischen Deinem 5. und jetzt 6. Soloalbum
liegen?
AB:
Allen voran, war es ein Zeitproblem. Die Arbeit bei Status Quo
ist sehr aufwendig, 120 Gigs im Jahr, dazu Proben, Plattenaufnahmen,
TV-Shows. "Unfinished Business" mussten wir deshalb
auch in zwei Schüben aufnehmen: im September 2009 und im
September 2010. Dennoch klingt das Album wie aus einem Guss. Als
ich mir über die Richtung des Albums im Klaren war, sprudelten
die neuen Songs nur so aus mir heraus - fünf Stück in
fünf Tagen, darunter die erste Single "Rubber Gloves".
"Unfinished
Business" ist definitiv kein Quo-Album, wie würdest
Du es beschreiben?
AB:
In einem Begriff zusammengefasst würde ich sagen: Country
Blues - hier und da mit einem Spritzer Dire Straits, Leonard Cohen
und Led Zeppelin.
Der
Song "When The Lights Went On" beschreibt den Opener-Auftritt
mit Status Quo bei Live Aid 1985 und auch die "The Wall"-
Worldtour" mit Pink Floyd 1980/81, also die Highlights Deines
langen Musikerlebens. Das ist eine musikalisch sehr große
Bandbreite. Was macht da mehr Spaß: "Whatever You Want"
oder "Wish You Were Here"?
AB:
Bei Pink Floyd´s "The Wall"-Projekt dabei zu sein,
war zweifellos ein echtes musikalisches und künstlerisches
Karriere-Highlight. Aber ich habe definitiv sehr, sehr viel Spaß
mit Status Quo und würde das alles niemals eintauschen wollen.
Du
hast in Deiner Karriere mit so ziemlich allen Größen
des Musikbusiness zusammen gearbeitet. Am Ende des Songs zählst
Du über 60 von ihnen auf. Von den Stones und den Beatles
über Jeff Beck und Jimmy Hendrix bis hin zu Celine Dion und
Michael Jackson. Wer hat Dich am meisten beeindruckt und warum?
AB:
In meinen Anfangsjahren jammte ich einmal gemeinsam in einer Künstlergarderobe
mit John Lee Hooker und war tief beeindruckt von der Tatsache,
dass er sich einen Dreck darum scherte, wie viele Takte sein Blues
hatte. Das war eine sehr nützliche Lektion in jungen Jahren
für mich.
Andere Musiker scheinen Dich über alle Maßen zu
schätzen. In der breiten Öffentlichkeit aber bist Du
weitgehend unbekannt. Bist Du der vielleicht am meisten unterschätzte
Musiker der Welt?
AB:
Nein, das sehe nicht so. Ich werde nicht unterschätzt. Ich
spiele einfach nur viele Instrumente sehr schlecht J.
Was
ist das Erfolgsgeheimnis von Status Quo? Du musst es wissen, Du
bist schließlich bereits seit 1977 ein festes Mitglied dieser
Kultband.
AB:
Jeder Song verfügt über eine anständige Melodie.
Immer!
Was
ist Dein absoluter Lieblingssong aller Zeiten?
AB:
Diese Frage kann man unmöglich beantworten. Es gibt einfach
zu viele fantastische Songs. "Still Crazy After All These
Years" von Paul Simon wäre vielleicht ein guter Anfang.
Und
was ist der beste Song, den Du jemals geschrieben hast?
AB:
Alles in Allem ist das wohl "Whatever You Want". Das
Lied war wirklich sehr erfolgreich. Das Quo-Album wurde 1979 danach
benannt und die Tour auch. Der Song hat eine hübsche Summe
auf mein Konto gespült - und wir spielen ihn immer noch jeden
Abend. Aber ich bin auch ziemlich stolz auf "A Matter Of
Time" von meinem neuen Album "Unfinishes Business".
Du
bist seit über 45 Jahren "on the road". Was waren
die lustigsten, aufregendsten, schönsten und schlimmsten
Dinge, die Du auf Deinen unzähligen Tourneen erlebt hast?
AB:
Permanent lustig ging es in den 70er Jahren bei den Touren durch
die USA zu - das war wirklich wild und frei und schräg. Das
aufregendste Erlebnis war die "Wall-Tour" mit Pink Floyd.
Wunderbar war ein Segelflug entlang der norwegischen Küste.
Und das Schlimmste war, als ich einmal in einem Lieferwagen, bei
dem nur noch der 3. Gang funktionierte, 700 Kilometer von London
nach Glasgow gefahren bin. Wir haben unser Equipment aufgebaut,
den Gig gespielt, wieder abgebaut, sind dann noch von irgendwelchen
örtlichen Halbstarken verprügelt worden und wieder zurück
nach London gezuckelt
Horror.
Sein neues Album "Unfinished Business"
Interview: m2 medienconsulting - Bilder: Plattenfirma
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