Blues, Blues und nochmal Blues
Die ERIC-SARDINAS-STORY


Text + Fotos by Jürgen Hüsemann

Mit seinem neuen Album "Sticks and Stones" hat Eric Sardinas ein richtiges Pfund auf den Markt geworfen. Der aus Florida stammende Gitarrist erhebt legitime Ansprüche auf die Nachfolge der großen Bluesmen, die er samt und sonders als seine großen Vorbilder nennt, deren Songs er in seine Auftritte mit einbaut. Sardinas kopiert aber nicht, er vermischt Delta-, Country und Rythm´n Blues mit gepflegtem Southern Rock und generiert daraus seinen eigenen Sound.



Als wir kürzlich vor dem Gig in Regensburg zu ein paar Minuten Smalltalk in den Backstage-Bereich eingeladen wurden, erwartete uns dort ein schitlich angespannter Eric Sardinas, der aber trotz aller Nervosität geduldig alle Fragen beantwortete und bis dato einer der freundlichsten Musiker ist, dem ich bisher begegnet bin.

"So ca. 14 oder 15 mal sei er jetzt in Deutschland" und es gefällt ihm immer wieder bei uns, da das Publikum extrem begeisterungsfähig ist. Sein Mentor Steve Vai schleppte in 1999 oder 2000 - "so genau weiß ich das nicht mehr" - über den großen Teich. Firmierte er damals noch nur unter seinem Namen so sit daraus mittlerweilen "Eric Sardinas & Big Motor" geworden. Seine Backing-Band besteht aus Drummer Chris Frazier und Bassist Levell Price, die dem Slide-Meister eine "Wall Of Sound" zimmern an der er sich mit seiner Dobro austoben kann. Live bedankt er sich immer wieder bei seinen beiden Mitstreitern, denen er bei allem eigenen Könnenn immer wieder Luft lässt, um beweisen zu können, dass die beiden ebenfalls Meister ihres Fachs sind.



Wieso eigentlich Dobro´s (Resonatorgitarren)? "Weil der Sound einer Dobro eine starke Tradition im Blues hat" und zeigt auf eine Gitarre auf der Couch, die aussieht, als wäre schon ein Auto drübergefahren. "Die hat schon ca. 14.000 Auftritte hinter sich" erzählt Sardinas nicht ohne Stolz. Wie bitte, Du bist grade mal 41??? (Lacht)"Ich bin seit 20 Jahren mehr oder weniger "on tour"". Aha, das erklärt einiges. "Etwa zwie Monate im Jahr verbringe ich zu Hause, ansonsten bin ich immer unterwegs". Auch diesbezüglich führt er das Leben eines echten "Bluesman", wie seine Vorbilder Robert Johnson, Son House und wie sie noch alle heißen.

Sardinas spricht aber nicht nur alle Blueser an, auch die Freunde härterer Töne finden immer mehr Gefallen am "Florida-Son". "Ich versuche die Energie der Rockmusik aus den 60ern und 70ern in meine Musik einzubinden, ebenso wie das Südstaatenfeeling. Das ist die Musik, mit der ich aufgewachsen bin. In unserem Zuhause hörte man den ganzen Tag Musik. Morgens beim Aufwachen war Musik das Erste, an das ich mich erinnern kann, abends vorm Einschlafen das Letzte.

Der 41-jährige ist Musiker um der Musik Willen. Wie sonst würde sich anders erklären lassen, dass er - obwohl sein brandaktuelles Album "Sticks and Stones in den Stores steht - nur einen einzigen Song davon (das Instrumental "Behind the Eight") an diesem Abend auf der Bühne spielt. Stattdessen pärsentiert er einen Streifzug durch seinen gesammten Backingkatalog und verblüfft die Anwesenden mit sensationellen Versionen der Bluesklassiker "Hellhound On My Trail" (Rober Johnson) und "As The Crow Flies" (Rory Gallagher). Gerade angesagte Trends interessieren ihn nicht, "Blues ist sowieso immer aktuell". Sagt´s und springt aus seinem Stuhl auf ... "sorry guy´s ... it´s time for the show..."

Dann zieht er mit Price und frazier noch an uns vorbei auf die Bühne der Alten Mälzerei und Veranstalter Alex Bolland begrüßt noch kurz das Publikum, bevor Eric Sardinas das Metallröhrchen das erstemal über die Saiten flitzen lässt. Das Publikum wippt vom ersten Takt an mit und spätestens beim zweiten Song gibt´s in der vollen Mälze kein Halten mehr. Wer auf gute, handgemachten Bluesrock steht, kommt an Eric Sardinas and Big Motor meiner Meinung nach nicht mehr vorbei. Mein Tipp: CD´s kaufen und wenn´s geht sich den Mann lvie reinziehen ... beides super !

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